
Verein "Notleidende Frauen und Kinder in Kenya"
Persönliche Hilfe, die ankommt.
Aktuelles
Schulbildung als Weg in eine bessere Zukunft
Wir freuen uns ausserordentlich darüber, dass wir per Sommer 2018 fünf Patenschaftsverträge verzeichnen dürfen. Für zwei Schüler dürfen wir Gönnerbeiträge entgegennehmen. Diese finanzielle Unterstützung sehen wir keineswegs als selbstverständlich an – sie ist sehr wichtig für uns! Die Patenschaften sichern die Finanzierung der Schulzeit. Dadurch wird der Verein in finanzieller Hinsicht merklich entlastet.




Möchten Sie einem Kind Schulbildung ermöglichen und ihm damit eine bessere Zukunft schenken?
Hier können Sie unseren Patenschaftsvertrag einsehen. Wenn Sie Fragen haben, kontaktieren Sie uns, wir beantworten sie Ihnen gerne.
Wir würden uns sehr freuen, Sie als Patin/Pate kennen zu lernen. Nehmen Sie mit uns Kontakt auf oder senden Sie uns die ausgefüllte Interessensbekundung zu.
Jahresbericht 2025
ASANTE SANA - WENGI SHUKRANI
Gerne geben wir Ihnen den Dank der Kinder
und ihrer Mütter, Tanten und Grossmütter weiter.
Ohne Ihre stete Hilfe wäre es uns unmöglich, in Watamu zu wirken –
HERZLICHEN DANK
Liebe Spenderinnen, liebe Spender
Im November 2025 reiste Tamara alleine nach Watamu, da es Bernadette diesmal leider nicht möglich war, dabei zu sein. Als routi-nierte Kenya-Reisende ist dies jedoch kein Problem für Tamara. Es ist zwar schon viele Jahre her, dass sie ohne Begleitung reisen musste und das Umsteigen und der Aufenthalt in Addis Abeba werden somit eine neue Erfahrung sein, aber das nimmt sie gelassen hin, um vor Ort sein zu können.
Reise 2025
Am 8. November geht mein Flug pünktlich von Zürich weg und ich schliesse auch bereits die ersten Bekanntschaften. Ich werde unter anderem gefragt, wohin ich reise und ob ich nicht Angst hätte, alleine zu sein. „Kein Problem“ antworte ich „es ist nicht mein erstes Mal und ich habe in Kenya ein Projekt und Freunde, die auf mich warten“. Am frühen Morgen lande ich in Addis Abeba. Das rege Trei-ben dort fasziniert mich immer wieder und der Aufenthalt ist kurzweilig.
Ohne Verspätung komme ich in Mombasa an und passiere auch ohne Probleme den Zoll. Am Ausgang werde ich von unserem Freund Ibrahim empfangen, der mich nach Watamu chauffiert. Dort beziehe ich mein Zimmer in seinem Haus und…
…ooohhh, ich bin ja gar nicht alleine – ein Gecko namens „Ottokar“ teilt mit mir das Zimmer. Er wohnt in der Klimaanlage :-)
Da im Oktober 2025 die Grossmutter der Bakari-Kinder verstorben ist, besuche ich bereits am nächsten Tag zusammen mit Ibrahim als Dolmetscher die Familie, um im Namen des Vereins unser Beileid auszudrücken. Die Kinder wirken gefasst auf mich und freuen sich darüber, dass ich da bin. Auch die Urgrossmutter begrüsst mich wieder herzlich – sie ist sehr gebrechlich geworden. Ibrahim und ich erfahren, dass sich Saumu als Älteste nun um ihre Geschwister kümmert. Sie wohnt mit ihren beiden Kindern in der Nähe und hat die Verantwortung für Omar, Muhanidi und Zainab übernommen. Ich möchte mit den Kindern alleine ein Gespräch führen, damit sie sich ohne Einmischung der Sippe aussprechen können. Saumu bietet an, dass wir uns bei ihr zuhause treffen und offen über alles reden können.
Im gemieteten Zimmer von Saumu sehen wir uns zwei Tage später wieder. Saumu und Omar erzählen von der Beerdigung, an der nebst der Familie auch viele Freunde und Dorfbewohner teilnahmen. Sie bedanken sich herzlich, dass sich der Verein finanziell betei-ligt hat und dadurch eine würdige Beerdigung durchgeführt werden konnte.
Langsam öffnen sich auch Muhanidi und Zainab und zeigen ihre Trauer. Sie sind jedoch zurückhaltend und scheu, deshalb über-nimmt Omar das Gespräch mit mir. Er erzählt, dass Mama Christina die Toilette abschliesst, sobald sie das Haus verlässt. Die Kinder sind dann allemal ohne die Möglichkeit zur Toilette zu gehen, was teilweise Tage dauern kann, bis sie wieder zurück ist. Wie zum Beispiel in diesem Moment. Ich bin wie vor den Kopf geschlagen – das geht überhaupt nicht! Ich werde Mama Christina damit kon-frontieren, sobald sie wieder zuhause ist.
Die Kinder erzählen mir, dass Juma beabsichtigt zu heiraten und bis vor kurzem mit seiner Verlobten im Projekthaus gelebt hat. Er sei nun aber ausgezogen. Auf meine Frage, ob sie damit rechnen, dass er mit seiner Frau zurückkehrt, verneinen sie. Wir alle hoffen, dass sie Recht behalten werden… Muhanidi und Zainab äussern den Wunsch, dass sie ab Januar zusammen das gleiche Internat besuchen möchten, damit sie sich gegenseitig Halt geben können.
Saumu zeigt mir eine Solarlampe, mit welcher sie in ihrem Zimmer Licht hat. Eine solche Lampe wünschen sich die Kinder auch für sich, damit sie abends Licht im Haus haben. Die Mädchen berichten mir auch, dass in ihrem Zimmer ein Bett von Juma beschädigt wurde und dass die Matratzen nicht mehr so gut sind. Nach unserem Gespräch begleite ich Omar, Muhanidi und Zainab nach Hause, um einen Augenschein zu nehmen.

Die Kinder haben untertrieben -
die Matratzen sehen übel aus!

Saumu und Omar erhalten von mir den Auftrag, raschmöglichst abzuklären, wie viel die zwei neuen Matratzen, die Reparatur des Bettes sowie eine Solarlampe kosten würden. Ich verspreche, mit dem Verein Kontakt aufzunehmen, sobald ich alle Angaben habe, und verabschiede mich.
Telefonisch informiere ich Sr. Salomé über alles und werde ein paar Tage später überrascht, als sie sich spontan für einen Besuch bei mir anmeldet. Wir freuen uns beide sehr, uns wieder-zusehen! Wir führen ein langes Gespräch und ich schildere ihr alle Schwierigkeiten in der Familie Bakari. Wir kommen zum Schluss, dass Muhanidi und Zainab wirklich zusammen sein sollten, um gegenseitig füreinander da sein zu können. Sr. Salomé wird versuchen, beide Mädchen im gleichen Internat anzumelden.
Über die drei Geschwister Ian, Edwin und Shadrack sowie das Mädchen Bettern Bahati berichtet Sr. Salomé mit viel Freude. Sie machen grosse Fortschritte und sind überglücklich, eine Schule besuchen zu dürfen und lernen fleissig. Leider habe ich nicht ausreichend Zeit, diese Kinder zu besuchen, da im Moment die Bakari-Kinder Priorität haben.
Nach all diesen Gesprächen und vielen Informationen gönne ich mir drei Tage Auszeit und geniesse den Strand und meine Freunde. Danach fahre ich mit dem Tuck-Tuck nach Gede und besuche Loice mit Jacinta und Jasmin sowie Sarah mit Gracious.
Es freut mich sehr zu hören, dass Loice inzwischen wieder eine Anstellung hat. Sie arbeitet in Gede in einem Restaurant. Beide Kinder sind gesund und fröhlich und erzählen freudig von der Schule. Jasmin wird zwar nicht von unserem Verein unterstützt, erhält aber trotzdem ein Mitbringsel von mir und freut sich darüber.
Sarah hat ihre langjährige Anstellung im „Mobil Cafe“ aufgegeben und verkauft nun auf selbständiger Basis Früchte und Gemüse. Wir hoffen sehr, dass sie damit ein regelmässiges Einkommen erwirtschaften kann. Trotz einer Erkältung hat Gracious nichts von ihrem „Lusmaitli“ eingebüsst und verlangt viel Aufmerksamkeit.
Diesmal ergibt sich kein persönlicher Kontakt mit Madam Faida, Leiterin der Bamba Kofie Academy, aber ich telefoniere mit ihr während meines Besuchs bei Loice und Sarah. Sie berichtet, dass sich die Mädchen im Kindergarten wohlfühlen und Fort-schritte machen.

Auf dem Rückweg von Gede mache ich einen Abstecher zur St. Dominic Schule. Leider ist die Leiterin, Sr. Domina, an einer Weiter-bildung in Mombasa und wird erst am 1. Dezember wieder in Watamu sein. In der Krankenstation werde ich jedoch von Sr. Gertrude herzlich begrüsst. Sie freut sich sehr über die mitgebrachten Medikamente, das Verbandsmaterial und die Scheren. Ich lerne die MitarbeiterInnen kennen und sie zeigen mir mit vielen Erklärungen ihr Reich.
Nach diesem ereignisvollen Tag bin ich froh, dass mir das Abendessen daheim auf der Terrasse serviert wird und ich nicht mehr ins Dorf muss. Ich freue mich auf einen gemütlichen Abend mit einem Buch.
Nachdem ich von Saumu alle Informationen zu den Kosten und vom Verein grünes Licht erhalten habe, besuche ich mit frischer Energie drei Tage später die Familie Bakari. Treffpunkt ist im Projekthaus bei Mama Christina. Mit Hilfe der Übersetzung durch Omar konfrontiere ich sie mit der Problematik der verschlossenen Toilette. Sie erklärt mir, dass dies nur zum Schutz geschehe, damit keine Fremden während ihrer Abwesenheit die Toilette benutzen. Grundsätzlich ist dieser Gedanke nicht falsch, aber die Kinder sind da-heim und müssen die Toilette benutzen können. Nach langem Hin und Her erfahre ich, dass zu dem angebrachten Vorhängeschloss drei Schlüssel existieren. Ich verlange von Mama Christina, dass sie zwei der Schlüssel vor meinen Augen an die Kinder übergeben muss, was sie dann zähneknirschend auch macht.
Für Omar, Muhanidi und Zainab habe ich eine Überraschung: Die gewünschte Solarlampe ist nicht nur bewilligt, sondern jedes Kind erhält eine. Ich übergebe Omar KES 10‘500 (CHF 65.25) und er düst sofort los. Die strahlenden Augen der Drei berühren mich sehr, als ich ihnen die Lampen übergebe. Auch darf ich ihnen die gute Botschaft überbringen, dass die Reparatur des Bettes und die neuen Matratzen bewilligt sind – KES 14‘000 (CHF 86.95). Saumu und Omar werden sich sofort darum kümmern. Um ihre Zimmer, mitsamt ihren Habseligkeiten schützen zu können, bittet Omar darum, zwei Vorhängeschlösser kaufen zu dürfen. Zudem benötigt Saumu einen grossen Sack Kohle, um über die Schulferien genügend Kochfeuer zu haben. Diese zwei kleinen Posten von insgesamt KES 1‘660 (CHF 10.25) erledige ich gleich an Ort und Stelle

Während der nächsten Tage habe ich viele Eindrücke zu verarbeiten. Die Alltagsprobleme hier berühren mich immer wieder tief. Ich schlendere durchs Dorf, plaudere mit Bekannten, kaufe Souvenirs ein und geniesse das Meer und den Strand. Wie jedes Jahr erhalte ich von meinen Freunden verschiedene Einladungen zum Essen. Es sind sehr schöne und gemütliche Abende…
… doch dann wird mir bewusst, dass mein Aufenthalt in Watamu zu Ende geht und nun alle Abschiedsbesuche anstehen. Bei der Familie Bakari vergewissere ich mich dabei natürlich, dass das Bett repariert ist und die neuen Matratzen auch wirklich da sind.
Das Packen fällt mir nicht leicht, denn ich werde die Kinder erst in ca. einem Jahr wiedersehen. Zum Glück können wir uns auf Sr. Salomé voll und ganz verlassen! Asante sana!
Am 26. November stehe ich wie vereinbart um 13.30 Uhr mit meinem Gepäck auf der Terrasse bereit. Als um 14.00 Uhr noch niemand aufgetaucht ist, werde ich etwas nervös. Vielleicht sollte ich mal schauen gehen, wo Ibrahim bleibt? Vor dem Haus treffe ich ihn dann an, zusammen mit seinen Automechanikern. Das Bild, welches sich mir bietet, macht mich noch nervöser…

„Das Auto ist noch nicht ganz bereit“ erklärt er mir „wir sind aber früh genug dran“. Ich hole tief Luft und rechne in Gedanken bereits damit, dass ich evtl. meinen Flug verpas-sen könnte…
Schlussendlich fahren wir um 14.25 Uhr tatsächlich in Richtung Flughafen Mombasa ab. Ibrahim beruhigt mich „eine Stunde Verspätung ist in Afrika immer noch pünktlich“.
Er hat natürlich Recht behalten J
Kwaheri Watamu – tutaonana hivi karibuni
Tamara
Wir danken Ihnen ganz herzlich, liebe Spenderinnen und Spender, für die langjährige Unterstützung! All Ihre stetigen Spenden jeglicher Art ermöglichen es uns überhaupt, unseren Frauen und Kindern in Watamu helfen zu können.
Unser Motto „1 Franken bleibt ein Franken – Ihre Spende wird zu 100% vor Ort eingesetzt“ gilt nach wie vor. Nähere Informationen finden Sie auf unserer Homepage www.watamu.ch, welche auch von einem Spender finanziert wird.
ASANTE SANA - HERZLICHEN DANK - WENGI SHUKRANI
© 2013 Verein "Notleidende Frauen und Kinder in Kenya"